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oder: das ist kein lustiger blogg. nein.

3/06/2010

selten...

gott sei dank ... es gibt situationen, die absolut jeglicher logik widersprechen. sie sind wie eines dieser merkwürdigen 3d-bilder, bei denen man irgendwas sehen soll, und egal wie sehr man schielt, sich auf den kopf stellt und starrt... man erkennt nur bunten brei.

vielleicht hat es auch weniger mit logik zu tun, als mit der tatsache, das man manches einfach nicht verstehen kann, so sehr man sich auch bemüht. vielleicht fehlt einem eine entscheidende gehirnwindung, oder man hat eine zuviel, oder es fehlen einfach die sachdienlichen hinweise und informationen, um den fall zu lösen... wie auch immer.

blöderweise treibt einen das ab und an immens in den wahnsinn. mich wenigstens. sobald man angesichts solcher merkwürdigkeiten nämlich auf einmal meint "heureka, ich hab´s gefunden!" und fröhlich seiner wege ziehen will, kommt wieder irgendein puzzleteil daher, das absolut nicht ins bild passen will und man fängt wieder von vorn an zu rätseln.

egal - wie viele metaphern auch immer es dafür gibt, es ist nicht lösbar. soll es geben. ich kann mich zumindest dunkel daran erinnern, dass ich in mathe auch manchmal daneben schreiben durfte "n.l.". aber auch mathe war in der beziehung für mich nie wirklich zufriedenstellend... grundsätzlich bin ich nämlich der meinung, dass da noch ein "n" davor gehört - "NOCH nicht lösbar". vielleicht ist man manchmal auch einfach noch bisschen zu dumm... zumindest wäre es zu hoffen, dass man irgendwann denn doch zu einer lösung kommt. wer hat schon spaß an unlösbaren rätseln... sie lassen einen nämlich nicht los, bis man eben eine lösung hat. zum verrückt werden.

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2/14/2010

deutlich erstaunlich

sinnvoll... das buch von Manfred Lütz "Irre - Wir behandeln die Falschen!". dreht es sich doch um die alltäglichen normalen und besonderen verrücktheiten der menschen, mit dem fachlichen hintergrund eines psychiaters und dem humor eines kabarettisten. wahre worte auf jeden fall. wobei "normal" nun in diesem fall eher ein schimpfwort darstellt als "psychopath". was das buch auf jeden fall kann, wenn man es zulässt... ein bisschen verständnisvoller machen für die verrückten unserer zeit und den blick schärfen für die momente, in denen man selbst sich doch wirklich allzu "normal" verhält ;-)

leider ist es heute immer noch das bedürfnis vieler menschen, augenscheinlich nonkonforme verhaltensweisen der norm anzupassen... da wird geredet, diskutiert, abgestraft und geächtet was das zeug hält. dummerweise erwischt man sich ja selbst dabei, wie man über verrücktheiten seiner mitmenschen lästert ;-) dabei sollte man manchmal vielleicht wirklich einfach froh sein, dass diese verrückten ein bisschen mehr farbe ins leben bringen... also definitiv etwas zu abgewöhnen. in jeder verrücktheit steckt auch immer eine gewisse logik, die vielleicht nur nicht für jeden dahergelaufenen normalen ersichtlich ist. selber schuld.

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1/10/2010

...und was ist eigentlich gelassenheit?

überall zu hören: "du musst einfach gelassener werden..." wobei ich immer den eindruck bekomme, dass gelassenheit immer ein bisschen mit einer mirdochegal-haltung zusammenhängt. sollte einem denn einfach alles wurscht sein? und - wie geht gelassenheit zusammen mit einem sozusagen angeborenen temperament? können eher extrovertierte menschen überhaupt gelassen sein...? oder braucht man dazu bestimmte körperliche voraussetzungen? kenne einige leute, die nach genuss verschiedener vorzugsweise pflanzlicher drogen eine immense gelassenheit an den tag legen... allerdings, ist das wohl nicht im sinne des wortes. und wo ist die grenze, ab der ich mich dann doch wieder aufregen darf? oder ist das als "gelassener" mensch grundlegend verboten? menschen, die nichts aufregt, erscheinen mir doch oft genug ein wenig belanglos. wenn uns etwas viel bedeutet, wenn wir uns angegriffen fühlen, etwas oder jemanden verteidigen wollen... kann man da gelassen bleiben?

fragen über fragen und diverse missverständnisse: also - googeln...

psychologie news schreibt: "Die stoischen Philosophen der Antike verstanden darunter ein Verhalten frei von Leidenschaften, Begierden und Affekten, d.h., im Zentrum der Aufmerksamkeit steht der seelische Frieden stehen, den man durch eine maßvolle Bedürfnisbefriedigung und die Konzentration auf geistige Interessen innere Balance erreicht. Um das innere Gleichgewicht zu erreichen und zu erhalten muss jeder Mensch individuell im experimentellen Umgang mit sich selbst herausfinden, wie er ausgewogen in seinem Umfeld agieren kann. Idealerweise sollten körperliche und seelische Bedürfnisse in ausgeglichenen Anteilen befriedigt werden, denn findet der Mensch seinen inneren Ruhepol, wird er nicht mehr unnötig abgelenk, und in sich ruhend kann er seine Gefühle bewusst und wahrhaft empfinden. Gelassenheit ist also die Kunst, sein persönliches Maß zu erkennen, und so in jeder Situation die angemessene Reaktion und Handlung zu finden, ohne emotionale Energien zu vergeuden. Gelassene Menschen verschwenden ihre Zeit nicht mit Ängsten und sinnlosen Grübeleien, die das innere Gleichgewicht stören."

wiki schreibt:
"Gelassenheit, Gleichmut, innere Ruhe oder Gemütsruhe ist eine innere Einstellung, die Fähigkeit, vor allem in schwierigen Situationen die Fassung oder eine unvoreingenommene Haltung zu bewahren. Sie ist das Gegenteil von Unruhe, Aufgeregtheit und Stress.

Während Gelassenheit den emotionalen Aspekt betont, bezeichnet Besonnenheit die überlegte, selbstbeherrschte Gelassenheit, die besonders auch in schwierigen oder heiklen Situationen den Verstand die Oberhand behalten lässt, also den rationalen Aspekt von innerer Ruhe.
...

Angesichts der Gefahr, dass Gelassenheit mit Stumpfheit, Trägheit, Gleichgültigkeit oder Fatalismus gleichgesetzt wird oder dazu führen kann, bedarf es einer vernünftigen Begründung und Rechtfertigung der Gelassenheit.

Diese wird (unter anderem) darin gesehen,

dass es unvernünftig erscheint, an Unverfügbares und Unverrückbares etwas ändern zu wollen (Beispiel: der eigene Tod);
dass das Unverfügbare/Unbeeinflussbare nicht grundsätzlich die Möglichkeit eines vernünftigen Lebens berührt.
dass Glück nicht planbar ist
dass es darum geht, in der Gegenwart zu leben ("das Leben in Gelassenheit ist das Leben in der Gegenwart").
Gelassenheit wird philosophisch traditionell als Selbstlösung und Selbstfindung interpretiert."


hmmm.... prinzipiell erscheint mir doch eine gewisse selbstkontrolle und leidenschaftslosigkeit voraussetzung zu sein für solche gelassene einstellung... die frage ist - würden wir noch um dinge kämpfen, leidenschaftlich lieben und hassen und uns unsagbar freuen und glücklich sein, wenn wir solch "selbstlösung" anstreben? vielleicht eine gute strategie in manchen situationen, obwohl ich das eher als "kühlen kopf bewahren" bezeichnen würde... was uns aber grundsätzlich nicht dem streben nach leidenschaft beraubt. den rat nach mehr gelassenheit kann man also durchaus annehmen und nicht hinterfragen, wo angebracht. und vielleicht hat ja jeder mensch tatsächlich sein ganz eigenes "gelassenheitslevel", das man eben erst einmal herausfinden muss... schwer genug wird es sein.
in vielen situationen allerdings, würde ich mir oft von mitmenschen eher mehr leidenschaft, tatkraft und begeisterung wünschen... vielleicht sogar mit ganz kühlem kopf.

unfertige überlegungen eben...

PS: Anzeige bei Google:

"Gelassenheit bei Amazon
schnell, sicher, Gelassenheit bestellen!
Gelassenheit ab 20€ portofrei
www.amazon.de"


so einfach ist das also... ;-) wieviel gelassenheit man wohl bekommt für 20 euro...?

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1/08/2010

früh...

oh ja - fest vorgenommen, früher aufzustehen. wie die geliebte bridget schon so richtig feststellte: "3 stunden zwischen wecker klingeln und aus dem haus gehen, sind auf jeden fall zu lange..." dennoch gibt es diverse gute gründe, so schrecklich lange zu brauchen. und diverse dinge, die einem das aus dem haus gehen doch ein bisschen vermiesen können... fiese gemeine unerträglich pieksende kälte ist eins davon.

weiteres vorhaben - konsequenz, bzw. nicht nur den festen willen aktivieren, wieder mehr sport zu treiben, sondern das auch tun... und den inneren schweinehund mit karacho über den gartenzaun jagen, nebst allen guten ausreden, die man abends um 8 hat, um NICHT zu trainieren...

wobei konsequenz auch in anderen bereichen durchaus anzustreben wäre. zum beispiel gegenüber zeitgenossen, denen mit vernunft und gutem willen nicht beizukommen ist. da muss man manchmal die konsequenz aufbringen, ein miststück zu sein, auch auf die gefahr hin, sich dann kurzfristig selber nicht leiden zu können, aber was hilft es...? der klügere gibt so lange nach, bis er der dümmere ist... muss ja nicht sein. in diesem sinne - guten morgen.

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12/16/2009

schreiben...

was einem grade so durch den kopf schwirrt zur weihnachtszeit. wieso schreibt eigentlich kaum jemand mehr? also... nicht wirklich.

ich bin dafür, dass man in der schule mal wieder lernt, wie man einen anständigen brief verfasst... so richtig mit anrede, inhalt und gruß am ende. irgendwer hat doch mal behauptet, durch e-mails würden sich die menschen wieder mit dem schreiben und der sprache befassen... ich kann nur sagen - falsch. eindeutig! aber sowas von!

ich gebe zu, ich fröhne ja auch der unsitte der kleinschreibung, zumindest im privaten bereich. allerdings auch nur digital. bei handschriftlichen sachen schlägt dann doch die jahrelang gedrillte (und zwar die alte) rechtschreibung durch. nichtsdestotrotz - klein oder groß - auf den inhalt kommt es an. freue mich immer sehr, wenn ich denn einmal e-mails bekomme, die aus mehr als 3 sätzen bestehen, tatsächlich sowas wie ein "hallo xy!" und ein "viele grüße und bis bald!" enthalten und mir sogar wirklich etwas mitteilen wollen!
ich hasse es, wenn menschen e-mails behandeln wie chats oder sms. das ist NICHT dasselbe! sicherlich aber eine frage der definition...

chats sind schnell und für kurze informationen und unmittelbaren austausch gedacht, finde ich. sms sind ein reines informationsmedium: "ich bin in 5 minuten da!" = eine sms-nachricht. "wie stellst du dir eigentlich unsere beziehung vor?" = definitiv KEINE.
manche dinge sollte man eben einfach nicht den digitalen medien überlassen... so kurz und fehleranfällig wie die, wird dann vermutlich auch die beziehung sein. (hey, ich hab doch JA gesagt zu deinem heiratsantrag... sorry, ist nicht angekommen...)
e-mails sind wie briefe. sie übermitteln informationen, gedanken und inhalt... daher sollten sie auch so behandelt werden, wie der inhalt, den sie übermitteln - also als wichtig und mit einem gewissen respekt vor den eigenen worten und gedanken (auch auf die gefahr hin, dass jetzt wieder einer sagt, dass das pathetisch klingt).

kann sich noch jemand daran erinnern, wie das war, brieffreunde zu haben ? menschen, denen man echte lange briefe schreibt, wie es einem geht, was im eigenen kopf vorgeht, was einen bewegt und beschäftigt? ich kann mich daran erinnern, dass ein alter freund von mir immer einen großen schreibtisch hatte mit stapelweise briefkorrespondenz... die er auch täglich beantwortet hat.
können wir uns das heute noch vorstellen? man setzt sich hin mit stift und papier und schreibt... bleibendes. dinge, die man in kisten aufbewahrt und die irgendwann deine enkel finden und sich daraus ein bild machen... von mama, oma... tante. werden unsere nachfahren mal irgendwann in mail-postfächern forschen? auf festplatten? irgendwie glaube ich das nicht. unsere digitale kommunikation stirbt mit festplattencrashs, postfach- und anbieterwechseln, mangelndem speicher und der begrenzten haltbarkeit digitaler medien.
es gibt briefe in museeen, die sind hunderte jahre alt. wird man in 200 jahren noch emails aufbewahren von frau merkel, dieter bohlen oder britney spears? sms überleben doch ohnehin nicht einmal das nächste handy...

zugegeben - es ist sentimental. aber trotzdem bin ich ein fan des geschriebenen und gedruckten wortes, und den dingen, die wir zu papier bringen... und die wir aufheben. für länger. die dinge, die wir bewahren und aufheben wollen, sind es durchaus wert, dass man sie niederschreibt. vielleicht würde von uns in zehn jahren sonst nur unsere aktuelle buchhaltung übrig sein?

ich schweife ab... das thema war - schreiben. und schreiben kann man ja durchaus auch in digitaler form. das was bleibt und was es wert ist bewahrt zu werden, ist ja nicht zwingend das papier, sondern vielleicht doch der inhalt. eigenartigerweise drucke ich mir mails, die mir wichtig sind, immer aus... und hebe sie auf. manchmal in einem schuhkarton...

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12/10/2009

vergebliche versuche...

manche sachen sind zwecklos. wenn jemand sich partout aufregen will, wird er auch immer etwas finden. irgendwann kommt man dahinter, dass egal, wie sehr man versucht, sich "zufriedenstellend" zu verhalten, es nicht funktioniert.

"wann hört das endlich auf...??"
"wahrscheinlich, wenn DU aufhörst zu atmen..."

mit einer solchen erkenntnis fällt es dann eher leicht, einfach zu tun, was man für richtig hält.

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12/08/2009

hmmm...

ja, reden hilft manchmal. wenn denn tatsächlich die chance zu einer kommunikation besteht. so genannte "kommunikationsprofis" sind da ja auch nicht besser dran, als der rest der menschheit... unter umständen produzieren sie eher noch mehr missverständnisse. wer mehr redet, wird häufiger missverstanden. und das geschriebene wort ist ja immer auch ein bleibendes, selbst wenn einstellungen sich wandeln, wie so ziemlich alles...
Konrad Adenauer hat mal gesagt: "was interessiert mich mein geschwätz von gestern?" und recht hat er - gestern war alles vielleicht noch anders...? und die kunst ist es, seine meinung ändern zu können... und dazu zu stehen. irren ist menschlich. auf einem irrtum aus prinzip zu beharren, verhältnismäßig dumm. wenn ich etwas heute besser weiß als gestern, kann ich es ändern.

das entschieden dumme an kommunikation ist - sie braucht zeit, wille und gelegenheit. und noch dazu von zwei oder mehr seiten. denn einseitig ergibt das in der regel mehr schwierigkeiten als alles andere. jemandem einfach nur etwas um die ohren zu hauen, ohne die chance eines gesprächs ist gelinde gesagt unproduktiv... und führt meist eher zu verdruss als zu verständnis. vielleicht bezeichnet man es deswegen eher als "auf jemanden einreden". wenn ich nur was sage, um andere von meiner meinung zu überzeugen, komme ich meist nicht weiter.

nun meint man ja manchmal etwas besser zu wissen als das gegenüber... und man erwischt sich grade als "profi" immer wieder dabei, dass man mit den augen rollt, weil dinge, die für einen selbst absolut klar und unmissverständlich sind, für andere manchmal ein buch mit sieben siegeln. persönlich ärgere ich mich hinterher meist eher über mich selbst... denn im endeffekt, die tatsache, dass für mich manche sachen klar sind, heißt ja nicht, dass ich a) richtig liegen muss und b) kann jemand anders eben trotzdem anders entscheiden. was zugegeben manchmal schwer zu akzeptieren ist... für einige mehr für andere weniger.

tendiere ja eher dazu, das "weniger schwer" anzustreben und die eigene meinung mal neben allen anderen einfach stehen zu lassen. ich muss nicht immer mit jemand einer meinung sein und kann ihm trotzdem seine lassen.... und zwar vielleicht mal ohne wertung nach gut, richtig, falsch oder... verrückt? wer nichts macht, macht keine fehler. wer nichts sagt, sagt nichts falsches. am ende zählt der erfolg... und vielleicht die fähigkeit aus den ganz eigenen misserfolgen zu lernen. damit man es irgendwann mal selbst besser weiß...
merke im übrigen immer wieder, dass das mit abstand am schwersten zu lernen ist - fehler nicht immer wiederholen und manchmal eben andere meinungen akzeptieren... geduld ist eine tugend (die man zugegeben ebenso nicht immer von haus aus hat).

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12/06/2009

aha.

"...In seinem Buch "Learned Optimism" (1990, deutsch 1993) berichtet Seligman, wie er als Student zufällig in ein Labor kam, in dem gerade große Aufregung herrschte, weil ein Tierversuch einen völlig unerwarteten Verlauf genommen hatte. Dort hatte man im Zuge eines Lernexperiments Hunde einer Pawlowschen Konditionierung ausgesetzt: Man hatte ihnen jeweils einen hohen Ton vorgespielt und ihnen kurz danach einen leichten elektrischen Schlag versetzt, dem sie sich nicht entziehen konnten. (In der Literatur ist hier infolge eines systematischen Übersetzungsfehlers immer von "Elektroschocks" die Rede; in Wirklichkeit handelt es sich um leichte Stromschläge, die laut Seligman etwa den statischen Entladungen entsprechen, wie wir sie gelegentlich beim Berühren von Türklinken oder anderen Metallteilen verpasst bekommen.)

Ein fehlgeschlagener Lernversuch

Der Lerneffekt war erwartungsgemäß, dass nach einigen Durchgängen schon der Signalton Angst auslöste. In einem zweiten Teil sollte ein Experiment stattfinden, dass zeigen sollte, dass die Konditionierung – also die Koppelung der Reaktion an den Signalton – auch in anderen Situationen wirksam war. Doch dies erwies sich als undurchführbar, wie ein Student dem hereinkommenden Seligman erklärte: "Die Hunde rühren sich nicht mehr. Irgend etwas stimmt mit ihnen nicht." Seligman erkannte die volle Tragweite dieses vermeintlichen Missgeschicks: "Die Hunde mussten während des ersten Teils des Experiments erkannt haben, dass sie hilflos waren. Deshalb hatten sie aufgegeben. (...) Sie hatten gemerkt bzw. 'gelernt', dass nichts, was sie taten, etwas bewirkte. Warum sollten sie es dann weiter versuchen?"

Unerwartete Passivität

Genau diese Ausgangssituation wurde zum "Urexperiment" der Gelernten Hilflosigkeit. In einem ersten Teil wurden Hunde einem so genannten "Hilflosigkeitstraining" nach obigem Muster ausgesetzt, das heißt, sie hörten mehrfach erst einen Signalton und erhielten einige Sekunden später einen leichten elektrischen Schlag. Am nächsten Tag folgte der zweite Teil: Die Hunde befanden sich in einem Käfig, der durch eine niedrige Barriere in zwei Teile geteilt war. Es ertönte wieder der Signalton, doch diesmal konnten sich die Hunde dem elektrischen Schlag durch einen Sprung über die Barriere leicht entziehen. Normale Hunde, die keinem Hilflosigkeitstraining ausgesetzt worden waren, lernten dies binnen weniger Durchgänge und sprangen dann, sobald der Signalton ertönte, leichtfüßig über die Barriere. Anders die "trainierten" Hunde: "Sie hatten sich einfach winselnd hingelegt," berichtet Seligman (1993), und "nicht einmal versucht, den Stromschlägen zu entkommen."


ergänzend ist zu sagen, dass glücklicherweise in folgeexperimenten festgestellt wurde, dass sich einige versuchstiere/ -personen dieser passivität entziehen und weiter versuchen, ihr "schicksal" zu beeinflussen. die forschung beschäftigt sich seit jahren mit der frage, wie dieser optimismus zustande kommt und was die einen von den anderen unterscheidet.

"erlernte muster" sagen psychologen, sind schwer zu brechen. wer gelernt hat, wie er mit bestimmten situationen umgehen kann und was das für ein ergebnis bringt, der wird sich dieser sicherheit immer wieder holen - auch wenn das ergebnis ein schlechtes ist. denn die sicherheit, zu wissen, was einen erwartet, gibt einem ein besseres gefühl (wenn auch kurzfristig), als die angst, etwas anders zu machen und auf ein anderes ergebnis zu hoffen... verrückt eigentlich. wenn ich weiß, dass ich bisher immer auf die nase gekriegt habe, egal, was ich tue, dann rechne ich irgendwann damit und lege mir einfach etwas mehr hornhaut zu, weil ich ja "weiß", dass ich nichts dagegen machen kann... immerhin bin ich mir sicher, dass nichts schlimmeres passiert. so what!

ja, vielleicht kann man eben alles lernen... und verlernen. nur weil etwas schon immer so war, muss es diesmal nicht genauso sein.

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12/02/2009

antihelden

sind ja in der regel immer die sympathischeren Zeitgenossen... weil sie tröstlicherweise eben nicht perfekt und darum viel näher an der realität sind, als die superchecker. ein grund, warum sich vielleicht diverse leute damit identifizieren und paradoxerweise eben grade den antihelden zu ihrem persönlichen helden und vorbild machen...

dem antihelden nachzueifern, scheint im ersten moment leicht, ist er doch augenscheinlich nicht perfekt. die sympathie, die wir für gestalten wie donald duck, hellboy etc. hegen beruht allerdings auf einem kleinen aber wichtigen unterschied, der den antihelden vom bösewicht unterscheidet... er verliert. und er weiß, dass er das tut. dennoch kämpft er weiter und lässt sich nicht beirren und erlebt niederlagen mit einer guten portion selbstironie. was noch viel wichtiger ist - er gibt nie auf. wer aufhört zu kämpfen, gehört mal definitiv nicht zu der kategorie.

der antiheld kämpft darum, sein ziel zu erreichen, auch wenn er weiß, dass es vielleicht sinnlos ist und er nur verlieren kann... so trägt er dennoch niederlagen mit stolz und steht dazu. eine eigenschaft, die nicht viele menschen und die wenigsten helden mitbringen...

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11/10/2009

voraussetzung

wenn man die bedingungen eines versuchs nicht verändert, wird sehr wahrscheinlich immer das gleiche ergebnis herauskommen...

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11/07/2009

wollen und werden.

manchmal... nein, oft stellen wir erst fest, was wir wirklich wollen, wenn wir gefahr laufen, es zu verlieren. wir geben manchmal dingen und menschen die schuld an der eigenen unzufriedenheit, obwohl sie gar nicht die ursache dafür sind. der stein des anstoßes steckt in unserem eigenen schuh...

wir meinen, wir wissen, was uns fehlt und jagen einem bild hinterher, von dem wir denken, dass es das einzig wahre ist. nur um festzustellen, dass es eigentlich gar nicht so ist, wie wir es uns vorgestellt haben. das gras ist immer grüner auf der anderen seite.

der wunsch nach "freiheit" ist ein klassiker. freiheit zu wünschen und dann damit leben zu wollen und zu können, sind zwei verschiedene dinge. betrachten wir den wunsch nach freiheit in der ehemaligen ddr, der zu was geführt hat...? wir sind frei. freier als vorher. aber machen wir etwas daraus?

manchmal beschleicht mich das gefühl, dass viele im endeffekt nach einem wüsten kampf um freiheit und unabhängigkeit, beim erleben derselben, nichts mehr wollen als wieder zurück in den kuscheligen schoß ihres gefängnisses. klare grenzen, klare regeln, keine notwendigkeit, eigene entscheidungen zu treffen... die angst, etwas falsch zu machen, ist größer als das kreuz eines gefängnisses. wählen wir das kleinere übel.

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10/22/2009

hm.

merkwürdigerweise überkommt einen bei manchen leuten das gefühl: das ist jetzt grade gelogen. du weißt zwar grade nicht, wie du drauf kommst, aber du bist dir ganz schön sicher mit dieser vermutung. manchmal wüsste ich gern vorher, ob ich recht habe. blöderweise kann man sich ja nicht hinstellen und sagen - ich glaub dir nicht! andere der lüge zu bezichtigen, ist unhöflich. allerdings - wenn was zu schön klingt, um wahr zu sein, ist es meistens auch nicht wahr. und dummerweise hab ich meistens recht.

frage: liegt das daran, dass ich nicht dran glaube oder weil es wirklich gelogen ist? vielleicht sind ja manche dinge nur wahr, wenn man auch dran glaubt?

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10/20/2009

wir haben gott getötet?

nein...wir haben ihn durch schnelle autos, rtl, chefs, börsenkurse, lottozahlen, schöne frauen und geld ersetzt... frei nach olle nietzsche. rtl gab es damals ja noch nicht. immerhin ist vielleicht an der theorie was dran, dass der mensch im allgemeinen doch nach sinn strebt. und wenn es ein noch so verschrobener ist. auch wenn wir religion lächerlich machen, leben wir trotzdem nach ihren ritualen. das morgengebet ist das frühstücksfernsehen, marienhof wird zur abendandacht... wir haben neue gebote: "du sollst nicht fett sein!", "du sollst nicht ein kleineres auto fahren als dein kollege", "das richtige ist, was jeder andere auch tun würde"...

solange es für uns nur einen sinn hat leiden wir. solange uns irgendjemand das gefühl gibt, das richtige zu tun, ertragen wir jede noch so hirnverbrannte demütigung. siehe supermodels, big brother... alles ist zu ertragen, solange wir fest daran glauben, dass es einen sinn hat. ein höheres ziel. und wenn wir doch mal feststellen, dass alles gegen den baum geht, kuscheln wir uns in die sicherheit unserer "gemeinde"... und lassen uns beim nächsten fussballabend absolution erteilen. prost. wir verraten uns selber und beruhigen uns mit dem gedanken daran, dass es das richtige ist, weil alle anderen es ja auch machen.

hege die vermutung, dass der olle professor ein wenig resigniert wäre... glaubte er doch daran, dass "irgendwann im jahre 2000" die menschheit so weit wäre, auf krücken zu verzichten. allerdings - gott ist nicht tot. er heißt jetzt vielleicht nur "heidi klum".

Der Irrsinn ist bei einzelnen etwas Seltenes - aber bei Gruppen, Parteien, Völkern, Zeiten die Regel.

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10/18/2009

"wir wollen ergebnisse!"

ein wirklich gutes ergebnis erzielt man ja in jedem fall nur dann, wenn die etwaigen beteiligten personen das gleiche wollen... wenn ich in einem laden eine hose kaufen will (also mein geld ausgeben), ist die voraussetzung, dass die verkäufer mir auch eine verkaufen wollen und vielleicht nicht grade eher die arbeitsvermeidungsstrategie verfolgen... erinnere mich, dass ich damals auf die frage: "aber warum haben sie ihr auto denn nicht bei UNS gekauft?" antworten musste: "ich habe es WIRKLICH versucht, aber leider war das nicht möglich..." und habe es bis heute nicht einen tag bereut. wenn ich mit einem kunden ein projekt umsetzen will, ist die voraussetzung, dass der das möglichst auch will... wenn ich mit einem mitarbeiter gut zusammenarbeiten will, ist die voraussetzung, dass der das auch will...
das prinzip lässt sich grundlegend auf ziemlich alles anwenden. wenn zwei das gleiche wollen, ist der weg dahin immer da.

frage: was geschieht, wenn einer oder beide nicht genau WISSEN, was sie wollen?
in der regel redet man dann aneinander vorbei (wenn überhaupt), jeder für sich probiert die eine oder andere strategie (oft gegenläufig) und man läuft erst mal sicherheitshalber irgendwie los und "wir schauen dann eben, was draus wird".... kostet meistens zeit und oft nerven. dass man tatsächlich das gewünschte ergebnis erreicht und dass es für alle beteiligten wünschenswert ist, ist so wahrscheinlich wie paris hilton nonne wird... (ja, ich weiß! man weiß ja nie... aber trotzdem)

theorie: es macht schon sinn, wenn man los marschiert, wenigstens ungefähr zu wissen, wo man landen will... in der praxis hat das leider erfahrungsgemäß so seine tücken.

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10/07/2009

ansichtssache.

wie gut oder schlecht etwas ist, ist ja meistens reine ansichtssache... wie hat vor kurzem ein bekannter gemeint: "ey, wenn mir einer erzählt, alles ist toll, dann werd ich misstrauisch... es ist NIE alles toll. das kann nur ein fake sein..." ist wohl richtig.

es ist eben so. egal wie - weiter geht es immer. und ja, es ist immer eine gradwanderung, die notwendige leichtigkeit und begeisterung aufzubringen, ohne blauäugig zu werden. und wenn man genau hinschaut, so ist es doch überall dasselbe prinzip.
am ende ist der ganz grade meist der beste weg, wenn auch nicht immer der einfachste... weil führend durch dickes gestrüpp, über felder und durch gräben, vorbei an bissigen hunden. aber man kommt auf jeden fall ans ziel...

"zwei wege boten sich mir dar. und ich ging den, der weniger betreten war" robert frost

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10/04/2009

ernst?

große frage: ist das jetzt zielgruppengerechte werbung? ein versehen? ein witz? könnte es sein, dass ich nicht auf dem laufenden bin und "als wie..." mit der neuen rechtschreibung salonfähig und korrekt ist? man kläre mich auf! schwanke zwischen unglauben und bewunderung...

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10/02/2009

versuch doch mal...

ja, ich weiß - man ist ja auch nur ein mensch. und neigt zu angst, panik, wut, enttäuschung und all den lustigen sachen... aber könnte man das nicht mal versuchen, einen tag lang...

locker und entspannt sein, ohne gleichgültig zu werden.
freundlich sein, ohne sich anzubiedern.
fair zu sein, und trotzdem durchsetzungsfähig.
begeistert visionen folgen und dabei ganz praktisch denken.
ideen spinnen und gleichzeitig verantwortung übernehmen.
realistisch sein, aber nicht hoffnungslos.
die wahrheit vertreten und trotzdem verständnisvoll bleiben.
ehrlich sein, und dabei niemanden verletzen
...

nur ein tag. ohne gewalt, ohne zorn und ohne scheingefechte oder echte kriege. könnte man das nicht mal probieren?

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9/27/2009

blindflug...

stellen wir uns mal vor, man würde sich nicht die mühe machen und sich mit wahlprogrammen, vorträgen und zeitung auf die wahl vorbereiten... weil mal schlicht keine zeit dafür ist und man mit arbeit/ haus/ hof/ kind/ familie zu beschäftigt ist und schlicht keinerlei großartige verpflichtung verspürt, politisch interessiert zu sein. so. (selbstverständlich sind wir alle interessiert... aber nur mal so gedacht!)
gedacht, dass wir nur aufgrund von bisschen gesprächsfetzen in den nachrichten und im radio und den überall hängenden wahlplakaten unsere "wahl treffen"... was würde passieren?

1. bei betrachtung der wahlplakate wird für den vorbeihuschenden oder wahlweise fahrenden bürger die zuordnung der einzelnen ziele schon schwierig... wer nicht genau weiß wie herr steinmeier aussieht, kann da schon mal die cdu mit der spd verwechseln... große sympathische gesichter mit zuversichtlichem lächeln und kuschelige sprüche, die hoffnung vermitteln. (obwohl mir "unser land kann mehr" irgendwie schon bekannt vorkommen würde... warum nur?)
jedenfalls - wer nicht genau hinguckt, erkennt kaum einen unterschied.. außer: ist ein mann. ist eine frau. na schön. wähl ich gleichgeschlechtlich, oder gefallen mir die fies quietschgrünen und lilalaune outfits von merkel nicht? männer im anzug können kaum scheiße aussehen... da haben sie mal klar den modevorteil auf ihrer seite.

2. gleiches problem: verwechslungsgefahr bei npd und linke! ausgerechnet... markige sprüche und schwarzrote schrift plakatieren beide... und leider steht nicht bei einem "ausländer raus" und beim anderen "ausländer rein" - akute verwirrung... bei kurzem vorbeisausen hat der geneigte wähler keine chance auf differenzierung.
wie gut, dass es noch die großformate gibt, wo zumindest herr gysi und herr lafontaine eindeutig zu erkennen sind... (moment, der weißhaarige kommt mir auch bekannt vor... wieso nur?) bei der npd hats vielleicht nicht für einen fotografen gereicht, der das beliebte motto "großes sympathisches gesicht mit freundlichem lächeln und verschwommenen hintergrund" gebacken kriegt...

3. auf einem grünen plakat prangt im vorbeiflitzen ein bild von herrn schäuble. moment - ist die cdu jetzt grün? den text darunter kann ich bei 70 sachen leider nicht so fix lesen... muss er wohl die partei gewechselt haben. hm... die machen jetzt also auch gemeinsame sache.

3. die fdp kann ich zumindest eindeutig zuordnen. gelb und blau. gut. aber außer einem fönfrisierten herrn da drauf, der genauso nett lächelt, wie die anderen... wird mir ja nun auch nicht klar, was das heißt. mag ich blau-gelb? und stand der spruch "arbeit muss sich wieder lohnen" nicht schon mal woanders...?

4. im ganzen wust von gesprächsfetzen, themen und nachrichten kriegt der hoffnungsvolle wähler auch nicht wirklich raus, was er nun machen soll... klingt alles irgendwie gleich und erinnert ein bisschen an ein suchspiel - wo ist der fehler? wer hat nun WAS gesagt? oder sagen alle das gleiche...? übrig bleibt meistens der dumpfe eindruck: wir haben probleme - aber wir schaffen das! wir müssen uns nur zusammen reißen! naja, dann...

was mich interessiert, erzählt mir eh keiner... wird das kindergeld höher, so bleiben oder weniger? wieviel abzug hab ich dann nachher von meinem brutto und bei wem am wenigsten? wie hoch wird und bleibt meine rente? wer erhöht die mehrwertsteuer? und wie teuer werden zigaretten? wird strom und gas weiter immer teurer werden? kann ich bald mal wieder tanken fahren, ohne die krätze zu kriegen bei den sprit-preisen...? behalte ich meinen job?

bei so viel beliebigkeit bleibt einem vielleicht heute nur: augen zu und ankreuzen was kommt? schnick schnack schnuck...? die wahl ist ja doch nicht vorbei, wenn sie vorbei ist... dann wirds erst witzig, weil dann alle mal eben ihre sprüche nochmal durchgehen und relativieren werden... mit guten begründungen, die wir dann auch nur am rande mitkriegen. aber wenigstens haben wir dann wieder mindestens EINEN von ihnen beim schwindeln ertappt... und ein thema beim nächsten stammtisch.
ach ne warte... das war früher mal. heute wird ja nicht mehr getrunken und geredet, heute wird getrunken und NICHT geredet, sondern singstar gespielt oder fussball geguckt. immerhin - dann fragt mich keiner mehr, was ich gewählt habe...

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9/02/2009

locker bleiben...

"es gibt sachen, die ein mann tun kann... und sachen, die ein mann nicht tun kann" (jack sparrow) und man lernt irgendwann, zu erkennen, was man nicht kann und was man kann...

es gibt dinge, die kann man(n) nun mal nicht ändern - dass es regnet, dass es warm oder kalt ist, dass das auto kaputt geht, dass man singen kann oder eben nicht, dass tage 24 stunden haben, dass man manchmal schlafen/ essen muss... die meisten davon kann jeder relativ früh im leben feststellen. und bei manchen dingen... lernen wir eben erst mit der zeit, dass wir sie NICHT (ändern) können.

am ende kann jeder sein bestes tun. und unter den gegebenen umständen, das bestmögliche erreichen. manchmal reicht es eben, und manchmal nicht. manchmal muss man sich damit abfinden, dass es nicht das ist, was man sich wünscht oder erhofft. ich könnte einige dinge gern... vielleicht fehlt uns manchmal die nötige gelassenheit, zu akzeptieren was (uns) möglich ist und was eben nicht. mit sich selbst zu hadern, weil dinge anders sind, als wir es uns wünschen... ist unproduktiv und macht unglücklich. am ende können wir nur mit dem leben, was ist und was wir wissen und was wir können. diese aufgabe ist in der regel groß genug...

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8/25/2009

kritik an der reinen vernunft

immer wieder werde ich konfrontiert mit dem satz "aber das ist am vernünftigsten, wenn du...". wir treffen eine menge entscheidungen und tun einen sack voll dinge aus vernunft. wir wägen ab, wir sammeln fakten und ziehen schlüsse aus rationalen erwägungen.

eine ente, ist eine ente, ist eine ente... ? ist es immer so, oder ist es, was wir sehen wollen?

dennoch - ich sage: es funktioniert nicht, dinge nur vom logischen standpunkt aus zu betrachten. was wir dabei vergessen, ignorieren und vernachlässigen sind unsere erfahrungen... das berühmte "bauchgefühl". manchmal sagt es uns dinge, die SO eigentlich nicht erklärbar sind. manchmal wissen wir sehr genau, dass bestimmte dinge nicht sind, was sie scheinen... es regt sich ein misstrauen, ein kleines zwicken in der magengegend, bei dem wir uns unbehaglich fühlen. oft sagen wir nichts. weil wir es nicht erklären können... wer akzeptiert schon eine entscheidung mit der begründung: "ich habe ein ungutes gefühl dabei..." also schweigen wir. und treffen vernünftige entscheidungen.

oft stellt sich hinterher heraus, dass eben jene vermutungen genau die richtigen waren. dass wir auf unser blödes gefühl hätten hören sollen. nur - gilt man leider oft als verhältnismäßig irre, wenn man entscheidungen und schlussfolgerungen aufgrund eines unbestimmten unbegründeten gefühls trifft. zumal - es ist schwer zu beweisen, dass man im recht war. denn immerhin weiß niemand, was geschehen wäre, wenn wir anders entschieden hätten.

es ist jedoch so, dass je mehr erfahrungen wir machen und je älter wir werden, umso zuverlässiger werden diese bauchgefühle. letztlich sind sie nichts anderes als unbewusste erinnerungen an dinge, die wir erlebt haben... schlussfolgerungen, die wir für uns getroffen haben. wir erinnern uns nicht bewusst an jede einzelheit, die wir einmal erlebt haben. aber unser gefühl speichert diese erinnerungen. und macht magenzwicken, wenn wir wieder in solche situationen kommen... dass ist das was wir als "erfahrung" bezeichnen. nicht wissen, sondern die sicherheit, die uns jahrelanges training beschert. in manchen zeiten rettet uns nur das vor gruseligen beruflichen und privaten fehlentscheidungen, weil die zeit zum abwägen und fakten sammeln fehlt...

wenn wir nur nach tatsachen handeln und entscheiden, verleugnen wir unsere eigenen erkenntnisse. sollte nicht so sein. und klappt auch nicht gut... auch wenn wir damit augenscheinlich auf der "sicheren" seite sind. nur - ist es wichtiger, sich wohl zu fühlen mit entscheidungen oder dass auf unserem grabstein steht "hier ruht ein sehr vernünftiger mensch"...?

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